Kunst in Meerssen

Von Eyck bis Graffiti

Die liebliche, naturreiche Umgebung von Meerssen lädt geradezu ein zu künstlerischer Betätigung. Am Ufer der Göhl, in der Ölmühle von Rothem, entstand nach dem Zweiten Weltkrieg sogar eine eigene Kunstströmung, die „Meerssener Schule“, deren berühmtester Vertreter Charles Eyck war. Das umfangreiche Werk dieses Künstlers erlangte internationale Berühmtheit. Um Meerssener Kunst zu sehen, müssen Sie nicht unbedingt ins Museum gehen: Sie „liegt“ regelrecht auf der Straße! An den ungewöhnlichsten Orten begegnen Sie hier Skulpturen, von klassisch bis modern. Besonders hip sind die Graffiti-Kunstwerke, die weniger idyllische Stellen wie z. B. Fahrradtunnel verschönern.

Geschichte

Meerssen war und ist ein für Künstler attraktiver Ort zum Leben und Arbeiten. Der Prix de Rome (die älteste und renommierteste Auszeichnung für talentierte Künstler und Architekten) wurde nicht weniger als fünfmal von einem Meerssener Künstler gewonnen. Nach dem Ersten Weltkrieg wohnten und arbeiteten hier Charles Eyck, Hub Levigne, Jos Tielens, Harry Koolen und Alphons Volders, und zwar in der ehemaligen Ölmühle von Rothem unter der Leitung des aus Belgien geflüchteten Jan van Puyenbroeck. Man sprach sogar von der sogenannten „Meerssener Schule“.

Auch später ließen sich Künstler wie Rob Stultiens, Gène Eggen und Jos Muris gerne in Meerssen nieder. Und noch heute sind zahlreiche professionelle bildende Künstler in der Gemeinde wohnhaft und tätig. 1987 erlangte Meerssen große Bekanntheit durch das sogenannte MARSNA-Projekt: ein internationales Symposium für Bildhauerei, das in enger Zusammenarbeit mit der Jan-van-Eyck-Akademie in Maastricht organisiert wurde. Zwölf Bildhauer aus den Niederlanden, Belgien, Großbritannien, Deutschland und Griechenland wurden dabei gebeten, Kunstwerke aus Mergel zu schaffen.

Gegenwart

In den letzten Jahrzehnten hat die Gemeinde systematisch eine Vielzahl von Kunstwerken im öffentlichen Raum aufgestellt. Diese umfassen sowohl räumliche, abstrakte Figuren als auch deutlich erkennbare bildliche Darstellungen. Die Werke beziehen sich an manchen Stellen auf den historischen Kontext oder das Lokalkolorit ihres Standorts. In anderen Fällen konnten die Schöpfer ihrem künstlerischen Ausdruck ohne Vorgaben freien Lauf lassen. Zu den Künstlern, die in der Gemeinde Meerssen Werke im öffentlichen Raum realisiert haben, gehören u. a. Marianne Aartsen, Appie Drielsma, Fons Bemelmans, Felix van de Beek,Paul Beckers, Gène Eggen, Piet Killaars, Godfried Pieters, Sjra Schoffelen, Xander Spronken, Wim Steins, Rob Stultiens, Marc Truijen, Louis Wierts und Shinkichi Tajiri.

Highlights

Charles Eyck

Der Maler, Bildhauer und Buntglaskünstler Charles Eyck (Meerssen 1897 - Schimmert 1983) wird nicht von ungefähr als „Meister von Meerssen“ bezeichnet. Im Laufe seines Schaffens bereicherte er Dutzende Kirchen im In- und Ausland mit Altarbildern, Kreuzwegen und Fresken, mit denen er sich viel Wertschätzung und Ansehen erwarb. Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, schuf er nebenher eine Vielzahl kleinerer Kunstwerke. So konnte er einerseits seinen kreativen Drang stillen und andererseits von der Kunst auch leben. Charles Eyck war durchaus nicht der einzige bildende Künstler, der seine Rechnungen in „Naturalien“ beglich.

Graffiti

Der Graffitikünstler Marcus Debie ließ sich bei seinem 2017 erschaffenen Werk an den Wänden des Fahrradtunnels unter dem Maastrichterweg (besser bekannt als Angelatunnel) von Gesichtern, Händen und Augen inspirieren. An der einen Wand steht das Gedicht „Motorradfahrer“ des Dichters H.J. van Tienhoven.

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